Gustin & Zieser Architekten
Medcampus Wien
Wien, Alsergrund | Wettbewerb | 2017
Im Rahmen eines Wettbewerbs wurde für den Medcampus Wien ein architektonisches Konzept entwickelt, das den Anspruch eines hochmodernen Forschungs- und Lehrstandortes mit dem sensiblen Umgang des historischen Kontexts im 9. Wiener Gemeindebezirk verbindet. Der Entwurf formuliert eine klare, identitätsstiftende Gesamtstruktur, in der Architektur, Städtebau und Funktion präzise ineinandergreifen.
Übersichtliche Organisation am Medcampus Wien
Die Fassadengestaltung ist klar gegliedert und bildet den repräsentativen Ausdruck des umfassenden Forschungs- und Lehrauftrags. Ihre vertikale Struktur nimmt Bezug auf die gewachsene Umgebung und fügt sich harmonisch in das historische Stadtgefüge ein. Der Gebäudekomplex entwickelt sich gemäß den städtebaulichen Vorgaben zu einer selbstverständlichen Ergänzung der bestehenden Struktur. Eine kammartige Anordnung von Labor- und Büroeinheiten schafft eine klare, übersichtliche Organisation des gesamten Campus. Dadurch werden alle fünf Forschungseinheiten gleichwertig abgebildet und räumlich miteinander verknüpft. Im Zusammenspiel mit den Bestandsgebäuden entstehen trotz der hohen Dichte großzügige Hofsituationen mit hoher Aufenthaltsqualität. Der denkmalgeschützte Gebäudeteil in der Hofergasse 7 bleibt erhalten und wird sensibel in das neue Ensemble integriert.
Eine zentrale Rolle innerhalb des Campus übernimmt die Erschließungsachse als verbindendes Rückgrat der Anlage. Dieser hochfrequentierte Bereich wird durch kommunikative Zonen ergänzt, die als sogenannte „Incubator Spaces“ den interdisziplinären Austausch fördern.
Offene Stiegenhäuser verbinden diese Bereiche auch vertikal und schaffen vielfältige Blickbeziehungen sowie kurze Wege zwischen den einzelnen Nutzungseinheiten. So entsteht ein lebendiges Gefüge, das Forschung, Lehre und Kommunikation räumlich miteinander vernetzt und den Campus als Ort des Austauschs und der Innovation erlebbar macht.