Gustin & Zieser Architekten
Headquarter Hypobank NÖ
Niederösterreich, St. Pölten | Wettbewerb | Neubau | 2012
Die gegebenen Bebauungsbestimmungen lassen einen nur sehr geringen Spielraum bei der Gestaltung der Kubatur des neuen Headquarters der Hypobank Niederösterreich. Als zwingende Notwendigkeit erweist sich das Zurückweichen des Gebäudevolumens im Bereich des Kardinal Franz König- Platzes, um einerseits auf diese Platzbildung zu reagieren, andererseits die Pfortenwirkung zum Eingang der historischen Stadt zu erhöhen. Die mögliche, volle Volumensbildung an der Rennbahnstraße mit Arkadierung wird nicht aufgenommen, um der Rennbahnstraße an dieser Stellemehr Breite zu geben. Die Gebäudefigur wird derart gewählt, dass eine sinnvolle Bebaubarkeit des Nachbargrundstückes möglich ist.
Hypobank als Kontrast zur umliegenden Architektur
Der Entwurf versteht sich als Kontrast zur stark strukturierten und beinahe skelettös anmutenden Architektur des Landhauses und des Tores zum Landhaus, die wie der Bebauungsplan für das gegenständliche Grundstück selbst von einem additiven Verständnis der Baukörpergestaltung ausgehen. Der Entwurf selbst sieht nun gewissermaßen als einheitliche Hülle um die zum guten Teil bereits vorgegebene Form eine ruhige, klare, weiße Fassadengestaltung vor. Die dabei getroffene Materialwahl widerspiegelt den CI-Auftritt der Bank. Strahlende Weiß- Schattierungen an den Hauptfassaden, dunkel gefärbtes Glas als Kontrastfarbe sowie das eindrucksvolle Blau der CI-Farbe prägen die Außenwirkung des Hauses.
Für die Erschließung der Tiefgarage der Hypobank wird eine äußerst sparsame Lösung vorgeschlagen. Die Zufahrt erfolgt im Zuge der Einfahrt in die Landhausgarage, die Ausfahrt durch eine Rampe in der Ferstlergasse. Der öffentliche Fußgängerdurchgang kann in voller Breite errichtet werden, seine Position ist in der Ferstlergasse Richtung Garageneinfahrten verschoben, somit können die Fußgänger den mit verschiedensten Funktionen belasteten Kreuzungsbereich meiden. Ausgehend vom Niveau der Ferstlergasse folgt der Weg leicht fallend der Zufahrt zur Landhausgarage, unterquert das Gebäude und steigt mit einer Stiegenanlage direkt vor dem Haupteingang und Fußgängerübergang auf das Niveau der Wiener Straße.
Aufteilung des Innenraumes
Die Anordnung sämtlicher Funktionsbereiche des neuen Headquarters der Hypobank NÖ folgt sowohl den städtebaulichen und als auch den betriebsinternen Vorgaben. Im Sockelgeschoss werden beginnend im Westen der Flagshipstore mit vergrößerter Raumhöhe, daran anschließend in einem räumlich fließenden Übergang die zentrale, zweigeschossige Eingangshalle sowie nach Osten und zum Grünraum der Traisen hin die Besprechungszone angeordnet, die in zwei Bereiche, jeweils mit und ohne Sicherheitskontrolle erreicht werden können. Die Räume der Besprechungszone sind durch Schiebewände flexibel addierbar.
Über dieser und sowohl aus der Halle als auch aus dem öffentlichen Raum mit einer großen, geschwungenen Treppenanlage als städtebauliches Landmark erreichbar ist die Gastronomie der Hypobank untergebracht. Sie steht auch in unmittelbarer Verbindung mit den öffentlichen Präsentationsräumen im EG. Das Angebot der Gastronomie wird durch eine in den Luftraum über der Traisen ragende Aussichtsterrasse ergänzt. Sämtliche Backoffice-Funktionen liegen an richtiger Stelle im Rücken des repräsentativen Empfangspultes und erlauben kürzeste Wege.