Pflege- & Betreuungszentrum – Haus 19
ARGE Maurer & Partner – Gustin & Zieser | Bestandssanierung – 2022
Im Landesklinikum Mauer wird der denkmalgeschützte Gebäudebestand im Rahmen der Sanierungs- und Neubauprojekte der ARGE zwischen WAY Architecture und Maurer & Partner behutsam weiterentwickelt. Ein zentraler Bestandteil dieser Maßnahmen ist das historische Haus 19, das umfassend saniert und zu einem Therapie- und Gesellschaftshaus für das gesamte Pflege- und Betreuungszentrum umgewandelt wird.
Planungsgrundlage – Bestandspläne aus 1963
Historischer Kontext des Landesklinikums Mauer
Die Anlage geht auf die 1898 begonnene „Kaiser-Franz-Joseph-Jubiläumsanstalt Mauer-Öhling“ zurück, die 1902 von Kaiser Franz Joseph eröffnet wurde. Sie zählt bis heute zu den bedeutendsten Jugendstilanlagen in Niederösterreich. In den 1930er Jahren wurden hier bis zu 1900 Patientinnen und Patienten betreut. Die Planung erfolgte durch die Hochbauabteilung des Landesbauamtes unter Leitung von Carlo von Boog, der moderne psychiatrische Pflegekonzepte mit der Architektur des frühen Jugendstils in Pavillonbauweise verband. Die Anlage galt international als Vorzeigemodell und wurde von Fachleuten aus ganz Europa studiert.
Sanierung von Haus 19
Das Haus 19 steht unter Denkmalschutz und wird im Zuge der aktuellen Projektentwicklung sorgfältig saniert. Ziel ist die Umnutzung zu einem zentralen Therapie- und Gesellschaftshaus innerhalb des Klinikareals. Alle Eingriffe erfolgen in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und werden auf ein Minimum reduziert. Zur fundierten Bewertung der Maßnahmen wurde eine umfassende Bauwerksanalyse durch einen Restaurator durchgeführt. Ergänzend erfolgte eine präzise dreidimensionale Bestandsvermessung. Die Maßnahmen sichern den Erhalt der historischen Substanz und ermöglichen gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung von Haus 19 als verbindendes Element innerhalb des Gesamtareals des Landesklinikums Mauer.
Der Hauptzugang zum Haus erfolgt über die bestehende Außentreppe beim Gebäudetrakt, der zum Haus 46 hin ausgerichtet ist. Im Inneren befindet sich eine Cafeteria mit Nebenräumen, die auch als Kinosaal genutzt werden kann. Durch den Abbau der Zwischenwände in diesem Bereich wird der ursprüngliche Schlafsaal, der zwischenzeitlich in kleinere Bettenzimmer unterteilt wurde, wiederhergestellt. Die anderen Räumlichkeiten in der Ebene 0 werden als Therapie- und Beschäftigungsräume genutzt. In der Ebene 1 sind Personalgarderoben, Waschräume und Ruheräume für das Personal angeordnet, Technikräume befinden sich im Kellergeschoss.