Der Entwurf für das Visitor Center verfolgt das Ziel, ein markantes, wiedererkennbares Gebäude zu schaffen, ohne dabei die vorgegebenen, sehr wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu überschreiten. Die architektonische Haltung verbindet ikonische Präsenz mit funktionaler Klarheit und konstruktiver Einfachheit.
Ikonische Form und klare Organisation
Die spiegelnde Aluminiumfassade reflektiert die umliegende Naturlandschaft und verleiht dem Gebäude eine besondere Ausdruckskraft – sie erzeugt zugleich Neugier und eine gewisse atmosphärische Dichte. Trotz dieser prägnanten Erscheinung bleibt das Konzept bewusst pragmatisch: Sämtliche Hauptfunktionen sind kompakt auf drei Ebenen organisiert.
Als eigenständiges Element tritt der Erschließungskörper hervor, der gedreht im Kubus positioniert ist und so eine zusätzliche räumliche Spannung erzeugt. Das Erschließungskonzept ist durch klare Wegeführungen und gezielt gesetzte Blickbeziehungen geprägt. Bereits beim Betreten des Gebäudes wird der Bereich der Outdoor Exhibits auf dem Dach sichtbar und als eigenständiger, dennoch integrierter Lehrbereich erlebbar.
Das zentrale Stiegenbauwerk verbindet alle Ebenen miteinander und übernimmt zugleich eine ordnende Funktion: Öffentliche, halböffentliche und private Bereiche werden klar differenziert, während vielfältige Durchblicke und Sichtbeziehungen zwischen den Geschossen entstehen.
Fließender Übergang in die natürliche Umgebung
Der Vorplatz des Visitor Centers bildet den neuen zentralen Platz des IST Campus und fungiert als lebendiger Treffpunkt für Veranstaltungen und Aufenthalt gleichermaßen. Das Gebäude positioniert sich am Rand dieses Platzes und wirkt dort mit seiner klaren, ikonischen Form wie ein ruhiger, prägnanter Solitär.
Zugleich reagiert der Entwurf auf die bestehenden städtebaulichen Strukturen: Zwei unterschiedliche Ordnungsrichtungen treffen hier aufeinander und werden durch die Gebäudegeometrie aufgenommen. Die Hauptfassade orientiert sich bewusst zu den ankommenden Besucherinnen und Besuchern und stärkt so die Adressbildung des Ortes.
Im Bereich bestehender Baumgruppen geht der Platz fließend in den umliegenden Grünraum über und verbindet sich mit der Landschaft rund um den See. Durch die parallele Anordnung des Gebäudes zur Straße sowie zum gegenüberliegenden Laborgebäude entsteht eine räumliche Verdichtung – eine Art Torwirkung, die den Zugang zur neuen Mitte am IST Campus klar definiert.