Die Wohnhausanlage Melk reagiert sensibel auf ihre besondere Lage und entwickelt daraus ein klares, funktionales und zugleich qualitätsvolles Gesamtkonzept. Im unmittelbaren Nahbereich einer lärmintensiven Eisenbahntrasse im Norden wird durch die gezielte Setzung eines viergeschossigen Baukörpers eine weitgehend geschlossene Abschirmung geschaffen. Dieses langgestreckte Laubenganggebäude fungiert als schützender Rücken der Anlage und öffnet sich gleichzeitig zum ruhigen, südseitigen Innenbereich.
Ausblicke in Richtung Stift Melk
Der südlich gelegene Innenhof bildet das Herz der Anlage und ist als großzügige Parklandschaft gestaltet. Er dient als gemeinschaftlicher Freiraum und bietet vielfältige Möglichkeiten für Erholung, Spiel und Bewegung. Ergänzend dazu wird die Anlage im Westen durch zwei dreigeschossige Punkthäuser abgeschlossen, die sich entsprechend der Hangsituation terrassiert entwickeln und Ausblicke in Richtung Stift Melk ermöglichen.
Im südöstlichen Bereich fügen sich sechs Doppelhäuser in die bestehende, kleinteilige Nachbarschaft ein und nehmen deren Maßstab bewusst auf. Dabei wird besonders auf die umliegende Bebauung Rücksicht genommen, sodass für alle Wohnungen optimale Belichtungsverhältnisse gewährleistet sind. Die verkehrliche Erschließung erfolgt ausschließlich in den Randbereichen, wodurch die gesamte Wohnanlage als verkehrsberuhigter Lebensraum ausgebildet ist.
Konstruktion und Funktion
Die Gebäude werden aufgrund ihrer Höhe von drei bis vier Geschossen in Stahlbeton- bzw. Ziegel-Scheibenbauweise errichtet, alternativ ist auch eine Ausführung in Holz-Massivbauweise möglich. Die konstruktive Aussteifung erfolgt über die Wohnungstrennwände der Laubengangbereiche, wodurch eine wirtschaftliche Bauweise erreicht wird.
Die funktionale Organisation folgt klaren und effizienten Prinzipien: Vertikale Erschließungen befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Zugängen, gemeinschaftliche Nebenräume sind im Erdgeschoss angeordnet und alle Zugänge sind barrierefrei ausgebildet. Erdgeschosswohnungen verfügen über private Eigengärten, wodurch ihre Wohnqualität zusätzlich gesteigert wird. Die Anordnung der Stiegenhäuser gewährleistet kurze Wege und erfüllt gleichzeitig alle sicherheitstechnischen Anforderungen.
Die Tiefgarage ist im nördlichen Bereich situiert und nahezu ebenerdig organisiert, was eine natürliche Belüftung großer Teile der Anlage ermöglicht. Der Hochwasserschutz wird in diesem Bereich durch eine Kombination aus baulichen Maßnahmen und Begrünung umgesetzt.