Neues Museum für Architektur und Design Helsinki
Gustin & Zieser | Wettbewerb – 2024
Ein neues Wahrzeichen für Helsinki
Das Neue Museum für Architektur und Design respektiert seine Umgebung und die Skyline Helsinkis, während es zugleich ein neues Wahrzeichen in Finnland schafft. Die Architektur fügt sich harmonisch in die Umgebung ein und verbindet das Stadtzentrum Helsinkis mit dem lebendigen Südhafen. Das Museum bietet einen einladenden und ruhigen offenen Raum, der für alle zugänglich ist. Durch seine markante, kreisförmige Form, die sich gleichmäßig in drei Richtungen öffnet, ist das Museum von verschiedenen Seiten zugänglich: Der Haupteingang im Norden liegt in Richtung der Alten Markthalle, ein weiterer Eingang im Süden führt aus dem neu entwickelten Gebiet (SAARET) und ein dritter Eingang im Westen öffnet sich zum Tähtitorninvuori-Park.
Das Konzept konzentriert sich darauf, einen Raum um einen starken Kern herum zu schaffen, der Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zum Zusammenkommen einlädt. Inspiriert von der traditionellen finnischen Architektur des Kota bildet ein zentraler Raum mit einer inselartigen Struktur das Herz des Gebäudes. Dieser Raum verbindet die notwendigen Funktionen im Erdgeschoss und stellt gleichzeitig eine visuelle Verbindung zu den oberen Etagen her – durch eine große Öffnung, die sich über die gesamte Höhe des Gebäudes erstreckt: das kegelartige „Void“. Dieses zentrale Element erleichtert die Orientierung im Gebäude und bietet eine lebendige Perspektive auf das Museum und die Besucheraktivitäten. Es ist eine ruhige Oase in der urbanen Umgebung.
Raumorganisation und Besuchererlebnis
Ein weiteres zentrales Gestaltungselement ist die dynamische Bewegung der Besucher durch das Gebäude. Um den zentralen Raum herum befinden sich drei Kerne, die sowohl die Servicebereiche als auch die strukturellen Stützen des Gebäudes beherbergen. Die Besucher schlängeln sich auf ihrem Weg nach oben um diese Kerne herum und erleben dabei eine abwechslungsreiche Abfolge von Räumen sowie ständig wechselnde Ausblicke auf die Umgebung, darunter der Dom von Helsinki, der Südhafen und der Tähtitorninvuori-Park. Diese spiralförmige Bewegung verbessert nicht nur die Orientierung, sondern maximiert auch die visuelle Verbindung zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung. Während sich das Gebäude von außen eher geheimnisvoll präsentiert, bietet sein Inneres eine warme, einladende Atmosphäre. Dieser Kontrast ist eine weitere Reminiszenz an das Kota. Die warme Holzkonstruktion im Inneren ist nicht nur eine einladende Geste für Passanten an kalten, frostigen Tagen, sondern auch ein charakteristisches, lokal bezogenes Material, das eng mit der finnischen Architektur verbunden ist.
Architektonische Gestaltung
Obwohl das Gebäude von traditioneller Architektur inspiriert ist, ist es technisch innovativ. Durch integrierte Photovoltaikpaneele an der Fassade sowie die Nutzung erneuerbarer Energie durch Meerwasserwärmepumpen wird das Gebäude die höchste Energieeffizienzklasse A erreichen.
Die zentrale Insel mit ihren warmen Lichtern und lebendigen Aktivitäten lädt Menschen dazu ein, ihren Weg ins Museum zu finden. Nach diesem ersten Erlebnis führt eine Rampe die Besucher in den zweiten Stock. Diese Ebene ist flexibel gestaltet und beherbergt sowohl permanente als auch temporäre Ausstellungen. Alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Museumspersonal und der Logistik beginnen in der zentralen Servicezone im ersten Stock. Nach Anlieferung und Inspektion können Museumsobjekte und Artefakte mühelos mit einem Aufzug, der direkt von der Anlieferungshalle zugänglich ist, in die technischen Werkstätten und Ausstellungsräume transportiert werden. Ein weiterer Aufzug ermöglicht dem Personal einen reibungslosen Zugang zu den Büroräumen im dritten Stock.
Der gestalterische Fokus des dritten Stockwerks liegt auf einer nahtlosen Besucherführung. Der Ausstellungsweg setzt sich bis ins Foyer fort, von wo aus eine Terrasse die Besucher zum offenen Bereich und auf das Dach führt. Während das begrünte Dach im Sommer eine soziale und gemeinschaftliche Landschaft schafft, bieten die Innenlounges im Winter eine ruhige Atmosphäre zum Verweilen und Genießen der Aussicht.
Ganz im Sinne der Kota-Architektur spielt das kegelartige Void eine zentrale Rolle im Design. Während es die Sichtverbindung zwischen den verschiedenen Ebenen ermöglicht, bildet es im ersten Stock eine atmosphärische Insel – das soziale Herz des Museums. Diese Insel bietet den Besuchern eine sinnliche Erfahrung, um innezuhalten, sich zu entspannen und den Blick auf das Meer zu genießen.
Facts
Name
Neues Museum für Architektur und Design Helsinki
Ort
Helsinki, Finnland
Jahr
2026
Typ